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Ein trauriger Fall von Staatsversagen

„Das ist unser 11. September“, sagt Wolfgang Wieland, Mitglied des Bundestages und zudem des zweiten NSU-Untersuchungsausschusses. Das Urteil über das Versagen der ermittelnden Behörden zu den NSU-Morden fällt parteiübergreifend vernichtend aus. Erstmals in unserer deutschen Parlamentsgeschichte haben alle im Bundestag vertretenen Parteien über Monate an einem Strang gezogen. Das Ziel: Gemeinsam aufklären, warum die NSU mehr als 10 Jahre unentdeckt durch Deutschland ziehen und morden konnte.

Die Dokumentation „Staatsversagen – Der NSU-Ausschuss und die schwierige Aufarbeitung“ von Matthias Deiß, Jochen Graebert und Robin Lautenbach wird heute abend (21.08.2013 um 23:30 Uhr) im Ersten gesendet und führt hinter die Kulissen der bemerkenswerten Arbeit eines Ausschusses, der erstaunlicherweise immer wieder mit verschwunden oder geschredderten Akten zu kämpfen hatte. Dabei waren 36 Sicherheitsstellen beteiligt, die mit ihrer mangelnden Zusammenarbeit zu einem beispielloses Zuständigkeitschaos führten und es dem NSU-Trio ermöglichten, ganze zehn Jahre lang unbehelligt zu morden. Die Neonazis machten sich den Föderalismus zunutze: Sie stammten aus Thüringen, tauchten in Sachsen unter und verübten die Mehrzahl der Morde in Westdeutschland.

Der Film zieht ein nüchternes und bedrückendes Fazit über diesen traurigen Fall des totalen Staatsversagens und zeigt eindrucksvoll, wie schwierig dessen Aufarbeitung ist.

Der 1.357 Seiten umfassende Abschlussbericht ist hier einsehbar.

Das Erste Mediathek „Staatsversagen“

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