Mark Benecke: Begegnung mit der Bundespolizei - Strafakte
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Unerfreuliche Begegnung mit der Bundespolizei

Eine Begegnung der gänzlich unerfreulichen Art hatte der bekannte Kriminalbiologe Dr. Mark Benecke in der vergangenen Woche mit der Bundespolizei. Der Spezialist für forensische Entomologie, der selbst Polizeibeamte ausbildet, wurde im Zug von vier Beamten der Bundespolizei „auseinandergenommen“, wie er es selbst nennt.

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Mark Benecke, Kriminalbiologe und häufig als Sachverständiger vor Gericht

Verdachtsgrund der eingehenden Durchsuchung (§ 43 BPolG) war offenbar dessen Aussehen mit einigen auffälligen Tätowierungen. Allein diese Tatsache rechtfertigte wohl die Annahme, dass er Sachen mit sich führte, die sicherzustellen seien.

Selbst schreibt er dazu in einem Facebook-Post:

„so sieht es aus, wenn man von vier Polizistinnen mit sehr kleinen seelen und noch geringerer menschenkenntnis auseinander genommen und dann noch mit den worten “sie bestaetigen wirklich jedes vorurteil, das man gegen leute wie sie (gemeint waren tätowierte menschen) hat” beleidigt wird, ohne irgend etwas getan zu haben ausser sich komplett durchsuchen zu lassen.

bundespolizei in deutschland: ich schaeme mich fuer euch. jeden tag aufs neue. denn wenn ich euch ausbilde, seid ihr freundlich und nett, wenn ich zug fahre, nehmt ihr mich seit jahren immer wieder auseinander (egal, von mir aus) und beleidigt jetzt aber auch noch alle menschen mit taetowierungen (absolute scheisse von euch, superpeinlich). warum bildet die bundespolizei rückgratlose, unhoefliche, vorurteilsbehaftete menschen aus, die nach einer durchsuchung — siehe fotos — auch noch ein totales chaos hinterlassen?

es waren englaender, niederlaender und russen im zug. sie alle kriegten mit, wie unprofessionell und unfreundlich ihr seid, sobald ihr den hauch von macht spuert. so sieht dann der haesslliche deutsche im Ausland aus: jung, wichtigtuerisch, kleinkariert, borniert und mit viel zu viel macht ausgestattet.

ihr lernt es einfach nicht. und wisst ihr was? so langsam habe ich auch keinen bock mehr, euch bundespolizistInnen auszubilden. denn es bringt, soweit ich es erkennen kann, leider nichts. so langsam glaube ich, ihr seid ein hoffnungsloser fall.

live us dem zug und immerhin diesmal nicht sofort in handschellen wie letztes mal (so gesehen schon ein fortschritt)

Bereits Ende des vergangenen Jahres wurde die Bundespolizei aufgrund ihres „Racial Profiling“ öffentlich heftig kritisiert. Es scheint, als habe man nicht dazugelernt.

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16 Kommentare zu “Unerfreuliche Begegnung mit der Bundespolizei

  1. „dass die Polizisten mir weder Namen, Dienstrang noch ihre Einheit verraten wollten“.

    Ja, so sind sie halt. Im Scheißebauen oft vorn mit dabei, aber dann zu feige, zu den Fehlern zu stehen. Ich hab auch schon erlebt wie ein Polizist bei einer friedlichen Demo einem Demonstranten, der etwas laut war, in einer schnellen Bewegung handschuhbewehrt ins Gesicht schlug. Als dann Umstehende den Schläger aufforderten, Name und Dienstnummer zu nennen, hat er sich hinter seine Kollegen verdrückt und haben diese sich wie eine Schutzmauer vor ihm aufgebaut.

    Ich hab ja schon länger den Verdacht, daß bei der Auswahl der Bewerber die Qualifikationen im Oberstübchen nicht mehr so kritisch hinterfragt werden. Eine Zeit lang hatte ich beruflich auch regelmäßig mit unseren Freund und Helfern zu tun. Was mir da an Beschränktheit begegnete, war erschreckend.

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  2. „Mit ent­spre­chen­dem Hin­weis auf Ihre Tä­tig­keit nebst Zei­gen der Le­gi­mi­ta­tion dürfte doch die­ser — und zu­künf­tige — Faux­passe der Be­Pis­ten zu ver­mei­den sein.“
    Wollen Sie damit insinuieren, dass man ja dieser seltsamen Truppe gehörig seine Unschuld nachzuweisen hat, bloß damit ->die<- nicht wieder ein Vollbad im Fettnäpfchen nehmen? Es gilt die Unschuldsvermutung, und so lange nicht das Gegenteil offenkundig ist, haben sich selbst diese selbstgerechten, vorurteilsbesessenen Gestalten so zu benehmen, wie es in unserer Kultur guter Brauch ist. Einen solchen Affentanz zu veranstalten zeigt, welch armselge Geistesverfassung dort offenbar herrscht.

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      • Wenn Sie den HInweis auf die Unschuldsvermutung als armselig bezeichnen, dann sind sie wohl einer dieser sonderbaren BuPo’s oder`?

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      • Na ja,ich würde es weniger an dem „vielen Blech im Gesicht“ und den Tattoos festmachen als dem Schwarzhemd nebst Utensiliengürtel. Sieht halt schon so aus wie auf dem Weg zum nächsten Kameradschaftsabend irgendeines Vereins, desse Name die Worte Sturm oder Front oder so etwas enthält. Tanz den Mussolini kennt vielleicht nicht jeder BuPo.

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        • Als diejenigen BePisten noch in Windeln um den Küchentisch jagten, war die neue Deutsche Welle auf Ihrem Höhepunkt. Tja, die 80er, lang lang ists her.

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    • Das ist ja oben schon angeklungen, dass er von der Bundespolizei einmal verhaftet wurde. Am besten an dem Artikel:

      Das Aussehen des Mannes erregte das Interesse einer Frau am Berliner (!) Hauptbahnhof. Der 36-jährige Kölner wurde auf dem Cottbuser Bahnhof wegen Terrorverdachts (!) überwältigt und gefesselt.

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      • Ich habe schon mal mit Mark darüber gesprochen, er macht es „Leuten“ schwieriger Geschichten so zu erzählen das es „Ihnen“ in die Karten spielt, dafür bekommt er halt auch mal eine Abreibung, gehört halt zum Job.

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  3. Na ja,da die BuPol eher weniger mit Kriminalentomologen zu tun hat, dürfte sich seine trotzige Weigerung, sie künftig auszubilden, eher als kindliches Aufstampfen erweisen.“Totales Chaos“ sieht wohl anders aus als ein zwar gekippter, aber noch geschlossener Koffer.

    Wer den Unfug mit Terrorverdacht verbreitet, geht aus der Rundschau auch eher nicht hervor.
    Ich fahre übrigens auch sehr viel mit Fernzügen von und nach Berlin, dass dort die BuPol sich ins vermeintliche Feindbild des Kleinseelers passende Leute herausgreift und zerlegt, habe ich noch nicht erlebt (weder regelmäßig noch ein einziges mal, und nein, ich fahre nicht in der 1.Klasse).

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  4. Eine Frage: Haben Sie keinen Dienstausweis, den Sie den BePisten hätten zeigen können? Oder machen Sie sich – wohl wissend, daß Sie Verbindungen zur BuPo haben – einen Spaß daraus, solche Erfahrungen heraufzubeschwören? Auf welcher Gehaltsliste stehen Sie? Oder sind Sie freischaffend? Es gibt ja auch den Status des Polizeilehrers und wenn Sie schon den Status eines Kriminalbiologen haben, wäre es hilfreich, auch diesen Aspekt dem Leser zugänglich zu machen. Ich werte das aktuelle Posting unter dem Aspekt der noch – abklingenden – Erregung über die – maßlose – Durchsuchung. Mit entsprechendem Hinweis auf Ihre Tätigkeit nebst Zeigen der Legimitation dürfte doch dieser – und zukünftige – Fauxpasse der BePisten zu vermeiden sein.

    Ansonsten stimme ich Ihnen zu, wenn das Verhalten tatsächlich durchweg – also Sie als Fahrgast ausgenommen – dem normalen Tätowierten von Nebenan widerfährt, ist das ein absolutes „NoGo“ und ein Schreiben an den Bundesinnenminister allemal wert.

    In diesem Sinne.

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