TV-Tipp: Meine Freiheit, Deine Freiheit: Frauen nach dem Gefängnis
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Meine Freiheit, Deine Freiheit: Frauen nach dem Gefängnis

Ein Gefängnis in Berlin. Zwei gefangene Frauen. Der Dokumentarfilm „Meine Freiheit, Deine Freiheit“, den das ZDF heute Nacht um 00:05 Uhr zeigt, widmet sich zwei Frauen, die nach einem Gefängnisaufenthalt ein neues Leben beginnen wollen.

Da ist Kübra, eine Deutsche kurdischer Abstammung, die als Kind schon immer Räuber sein wollte, nie Gendarm. Seit sie elf Jahre ist, hat sie eine kriminelle Geschichte. „Kindheitsfehler“ zunächst, dann U-Haft, jetzt steht sie kurz davor, nach vier Jahren und zwei Monaten Haft in der JVA Lichtenberg entlassen zu werden: „Alles, was mit meiner Vergangenheit zu tun hat, hat mit Knast zu tun“. Im Gefängnis selbst ist sie mehrfach „ausgerastet“, war in einen Misshandlungsfall verwickelt, ist mit harten Drogen in Kontakt gekommen. Der Film begleitet sie in die Freiheit, zeigt, wie sie versucht, ein Leben nachzuholen, auf das sie bisher verzichten musste.

Und da ist Salema (Anfang 40), die ihre Eltern während des Bürgerkriegs in Äthiopien verloren hat. Früh wurde sie nach Deutschland gebracht, war alleine und erlebte einen „Kulturschock“. Als Kind ging sie in eine Kneipe, um Kung-Fu-Filme zu sehen, wurde von einem älteren Mann angesprochen und mit zwölf schwanger. Da der Vater nicht zu dem Kind stand, musste Salema ihr Kind zur Adoption freigeben. Salema kommt mit 17 wegen Beschaffungskriminalität zum ersten Mal in den Knast. Als sie während der Dreharbeiten entlassen werden soll, ist kein Platz in einem betreuten Wohnheim frei. Der Film zeigt sie auf der Straße, abhängig, wütend, müde. „Da hast du deine beschissene Freiheit!“

 
Zwei kriminelle Karrieren. Hätten diese auch ein anderes Ende nehmen können? Gab es Hilfe? Ohne sie zu verurteilen und ohne Voyeurismus hört Regisseurin Diana Näcke ihren Geschichten zu und begleitet die beiden Frauen auf ihrem Weg aus dem Gefängnis. Sie begleitet aber auch deren Gefängnisleiter, dem das System Knast zu schaffen macht … durch seine Ambivalenz, die ungewöhnliche Intelligenz der beiden Frauen, ihren faszinierenden Humor und wilden Blick auf’s Leben, aber auch durch die Widersprüchlichkeit der Protagonisten nimmt uns dieser Film mit auf eine berührende und verstörende Reise ins Leben.

Eine Wiederholung folgt am Freitag, 6. Dezember 2013 um 20.15 Uhr in ZDFkultur.

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