Missbrauch einer abhängigen Staatsanwältin als Domina
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Missbrauch einer abhängigen Staatsanwältin als Domina

Ein Gerichtspsychiater muss sich wegen Missbrauchs einer suchtkranken Staatsanwältin demnächst in München vor Gericht verantworten. Er soll der Frau im Gegenzug für sexuelle Dienste als Domina Betäubungsmittel verschrieben haben, berichtet die Süddeutsche Zeitung.

Staatsanwältin wegen psychischer Probleme in Behandlung

Die Staatsanwaltschaft München II wirft dem Psychiater vor, einer medikamentenabhängigen Staatsanwältin Psychopharmaka verschafft zu haben, obwohl er von deren Abhängigkeit von Tranquilizern gewusst habe. Im Gegenzug soll sich die Juristin auf sadomasochistische Sexspiele eingelassen haben. Im Juli 2010 soll es bei einem Treffen in der Münchner Wohnung der Staatsanwältin zum Geschlechtsverkehr gekommen sein, zu dem der Mann auch einschlägige Utensilien mitgebracht haben soll – angeblich ließ er sich von der Staatsanwältin versohlen, weiß die SZ zu berichten. Im Verlauf des Sommers 2010 kam es dem Vernehmen nach zu einigen Treffen, unter anderem in seinen Ferienhäusern in Italien und Griechenland.

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Die Staatsanwältin litt unter psychischen Problemen und war abhängig (Symbolfoto) // Foto: sokaeiko / pixelio.de

Dementsprechend erhob die Staatsanwaltschaft Anklage wegen sexuellen Missbrauchs unter Ausnutzung eines Beratungs- oder Behandlungsverhältnisses. Die 43-jährige Staatsanwältin, die zuvor auch als Richterin tätig war, hatte im Frühjahr 2010 psychische Probleme. In mehreren Kliniken soll sie – erfolglos – wegen ihrer Medikamentenabhängigkeit behandelt worden sein – jedoch habe sie sich auch danach in einem psychisch labilen Zustand befunden. Sie bekam aber wegen ihrer Abhängigkeit auf offiziellem Wege keine Psychopharmaka mehr verordnet.

Psychiater überließ Blanko-Rezepte und wünschte sich sie als Domina

Im Frühsommer 2010 soll die Staatsanwältin dann den Psychiater in dessen Praxis aufgesucht haben. Laut Anklage wusste er von ihren Problemen, da sich beide bereits aus dem Gericht kannten. Um an die Medikamente zu gelangen, habe die Frau schließlich angeboten, mit ihm zu schlafen. Im Gegenzug soll der Gutachter ihr Blanko-Rezepte überlassen und schließlich auch geäußert haben, er könne sich die 43-Jährige gut als seine „Herrin“ vorstellen.

Auch gegen die Juristin wurde ein Ermittlungsverfahren geführt, welches allerdings durch einen Strafbefehl beendet wurde. Danach schied die Staatsanwältin aus dem aktiven Justizdienst aus. Die Staatsanwaltschaften München I und II vergeben seit den Missbrauchsvorwürfen keine Aufträge mehr an den Sachverständigen und haben seinen Namen auf eine „rote Liste“ gesetzt. Das Amtsgericht hingegen beschäftigt ihn weiter und begründet dies mit der Unschuldsvermutung.

Erst die Liebe, dann die Drogen

Nachtrag v. 11.11.2014: Der Psychiater bestritt heute zum Prozessauftakt, der Staatsanwältin Tranquilizer verschrieben zu haben. Auch habe es kein „Arrangement“ im Sinne von Pillen gegen Sex gegeben. Das erste Rezept habe er ausgestellt, als „wir bereits ein Paar geworden waren“.

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3 Kommentare zu “Missbrauch einer abhängigen Staatsanwältin als Domina

  1. dieser Dr. Thomas S. ist kein Unbekannter. Er wurde wegen anderer Verfehlungen bereits 2 x aus dem Staatsdienst entlassen, dann aber wieder eingestellt, was er damit dankte, dass er seine Begutachtungen stets nach den Wünschen der Gerichte ausrichtete u. so verantwortlich war für viele Unterbringungen in bayerischen Psychiatrien, wo man, wie seit Gustl Mollath u. anderen bekannt, man nicht gerade zimperlich umgeht mit den Untergebrachten. In seinen Gutachten griff Dr. S. die ihm Ausgelieferten immer ganz bes. hart an, vor allem, wenn es sich um Ausländer handelte. Man darf vermuten, dass, wer nicht zimperlich mit seinen Probanden ist, selbst auch gern mal hart angefasst wird, in der Psychologie ein altbekanntes Phänomen bei derartigen Fällen. Sollte er diesmal verurteilt werden, darf man gespannt sein, ob die bayerischen Gerichte trotzdem nicht auch weiterhin auf seine wertvollen Dienste verzichten wollen. In jedem anderen Bundesland wäre er schon längst für immer entlassen worden.

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