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Rechtsanwalt lässt lieber Konto pfänden

Pünktlich zum Wahlsonntag wurde eine „Geschichte“ ins Licht der Öffentlichkeit gerückt, die – wenn man den Medienberichten glauben darf – bereits länger als ein halbes Jahr her sein und sich wie folgt zugetragen haben soll:

Burkhardt Müller-Sönksen ist Spitzenkandidat der FDP in Hamburg, Mitglied des Bundestages sowie Rechtsanwalt. Auf Sylt soll er insgesamt 13 Strafzettel wegen Falschparkens bekommen haben – einmal sei er zu schnell unterwegs gewesen. Doch die Bußgeldbescheide ignorierte er ebenso wie die folgenden Mahnungen – bis schließlich sein Konto gepfändet worden sei.

Das gab natürlich keine nette Presse so kurz vor der Wahl. „Bild“ titelte „FDP-Mann ein Bußgeld-Preller“, Abendblatt: „Konto von FDP-Mann Müller-Sönksen gepfändet“ und MoPo: „Stadt lässt FDP-Star Burkhardt Müller-Sönksen pfänden“.

Müller-Sönksen vermutet darin nur einen Angriff des politischen Gegners: Die Hansestadt wird nämlich allein von der SPD regiert und er hatte es als „schlechten Stil“ kritisiert, dass der Senat einen Gesprächstermin über die afrikanischen Flüchtlinge einfach platzen ließ. Kurz darauf sei die Geschichte an die Presse lanciert worden. Der Senat bestreitet dies.

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4 Kommentare zu “Rechtsanwalt lässt lieber Konto pfänden

  1. Wer langsam denkt, kommt spät darauf, dass die Frage nach dem Huhn und dem Ei hier eine Rolle spielen könnte.

    Wer nicht falsch parkt, bekommt kein Bußgeld, wer kein Bußgeld bekommt, braucht keine Pfändung wegen eines Bußgeldes zu befürchten. Und wer ein Bußgeld bekommt und es dann bezahlt, muss auch nicht mit einer Pfändung rechnen.

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  2. Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich. Somit macht es keinen Unterschied, ob es hier um den „kleinen Mann“ geht oder um einen Spitzenpolitiker. Wenn ich Mist verzapfe, muss ich (zu recht) dafür gerade stehen und die Konsequenzen tragen, die aus meinem Handeln erwachsen. Warum soll ein Spitzenpolitiker anders behandelt werden als ich als „kleiner Mann“? Ich finde es richtig, wie mit ihm umgegangen wird. Gleiches Recht für alle. Und die Aussage, es wäre ein Akt seines politischen Gegners wirkt auf mich wie billige Polemik. Warum hat der Teufel seine Großmutter erschlagen? Weil er keine Ausrede mehr wusste. Die begangene Tat bleibt die selbe und die Konsequenzen ebenfalls. Es war seine eigene Entscheidung. That’s Life…

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  3. Natürlich werden solche Vorfälle vom politischen Gegner, gerade in Wahlzeiten, gnadenlos ausgeschlachtet. Aber wenn ich durch mein eigenes Verhalten ins offene Messer renne, dann selbst schuld. Braucht man nicht auf die anderen böse sein.

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