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Projektionen der Berichterstatter

Einen Tag nach Beginn des NSU-Prozesses hat sich die Anwältin von Beate Zschäpe, Anja Sturm zu Berichten über das Auftreten ihre Mandantin geäußert:

Die Beurteilungen von Zschäpes Verhalten vor Gericht, „von gelöst-freundlich bis genervt, von eiskalt bis arrogant“, seien Projektionen der Berichterstatter – und damit reine Spekulationen.


Aktualisierung: Sehr verwundert muss man dann aber über die Aussage von Sigmar Gabriel sein, die von Spiegel online so zitiert wird:

Wir müssen am Ende darauf stolz sein, dass ein solcher Prozess auch erträgt, wenn rechtsradikale Szeneanwälte versuchen, den Prozess zu torpedieren. Unser Rechtsstaat ist stärker als die.

Rechtsradikale Szeneanwälte? Offensichtlich hat Gabriel das journalistisch großartige Portrait der Zschäpe-Anwältin Sturm in der Brigitte nicht gelesen. Gut, entschuldigt – muss man nicht gelesen haben! Aber ist man als Strafverteidiger gleich ein „rechtsradikaler“, weil man seiner Aufgabe als Organ der Rechtspflege nachkommt und versucht seinen Mandanten bestmöglich zu verteidigen?

Tatsächlich einer einzigen Anwältin wird zugeschrieben, Verbindungen in die rechte Szene zu haben. Dies dann allerdings gleich so undifferenziert zu verallgemeinern, ist selbst für einen SPD-Parteivorsitzenden unwürdig.

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