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Deutlich mehr Gewalttaten an Hamburger Schulen

Die statistische Erhebung der Hamburger Schulbehörde ist sehr erschreckend: Im vergangenen Schuljahr wurden insgesamt 1.103 Schüler und Lehrer in der Hansestadt verprügelt, bedroht, beleidigt, bestohlen oder Opfer eines sexuellen Missbrauchs.

„Gewalt kennt offenbar kein Alter“, konstatierte das Hamburger Abendblatt, denn allein an den Grundschulen verzeichnete die Behörde 485 Gewalttaten, darunter 76 schwerwiegende Delikte. Nicht nur die Opfer sind dabei noch jung – die Täter sind es ebenfalls: 480 der Tatverdächtigen waren zehn Jahre alt oder jünger.

Zusätzlich unterscheidet die Schulbehörde zwischen zwei Schweregrade: Sexualstraftaten (von sexuell motivierter Beleidigung bis zu Vergewaltigung), gefährliche Körperverletzung, Raub und Erpressung, Nötigung und Bedrohung, Drogenkonsum, schwerer Diebstahl und der Einsatz von Waffen gelten als gravierende Delikte, von denen 221 Fälle angezeigt wurden.

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Deutlich mehr Gewalttaten (+13,4 % gegenüber 2011/12) an Schulen in Hamburg // Foto: Martin Schemm / pixelio.de

Dramatisch: Seit dem Schuljahr 2009/10 hat sich die Anzahl der gemeldeten Gewalttaten mehr als verdoppelt – unter den im letzten Schuljahr gemeldeten Delikten war eine Straftat gegen das Leben (angedrohter Amoklauf) im Bezirk Nord und insgesamt 35 Sexualdelikte, allein elf davon im Bezirk Mitte.

In der Schulbehörde versucht man zu beruhigen: Die steigenden Zahlen seien keineswegs ein Zeichen für mehr Gewalt an den Schulen, sondern ein Anzeichen dafür, dass heute wesentlich genauer hingeguckt wird als früher. Ob man das in der Behörde allerdings selbst glaubt – das darf ruhig bezweifelt werden.

* Zahl der Gewalttaten an Schulen steigt deutlich

 

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