Helferindustrie ist häufig nur auf weibliche Opfer ausgerichtet
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Helferindustrie ist auf weibliche Opfer ausgerichtet

Gewalt wird regelmäßig nur mit Männern assoziiert. Dabei ist nach aktuellen Statistiken jedes vierte Opfer von häuslicher Gewalt in Paarbeziehungen männlich. Gewalt an Männern ist noch immer ein Tabuthema, aber es gibt sie häufiger als man denkt.

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Jedes vierte Opfer häuslicher Gewalt ist männlich, die Helferindustrie nimmt sie jedoch nicht ernst

Helferindustrie nimmt männliche Opfer nicht ausreichend ernst

Häusliche Gewalt kann in verschiedenen Formen auftreten: psychisch, körperlich oder sexuell. Beispiele von gewalttätigen Verhaltensweisen sind Schlagen, Einsperren, Bedrohen, aber auch böswillige Handlungen wie Schikane, Eifersucht oder Kontrollwahn. Gerade bei mit derartiger Gewalt konfrontierten Männern gibt es mehrere Hinderungsgründe, sich selbst als Gewaltopfer zu sehen. Sie könnten die Gewalt als nicht schlimm einstufen, weil sie sich als Versager fühlen oder häufig wenig Zugang zu ihrer Gefühlswelt haben. Bei Gewalt an Männern kommt noch das gesellschaftliche Tabu dazu. Man glaubt ihnen nicht, weil es einfach nicht in die Köpfe der Leute passt. Wenn sich ein Mann als verletzlich „outet“, schlägt ihm häufig nur Spott und Unverständnis entgegen: „Was bist du denn für ein Weichei?“

Auch bei der Polizei finden Männer regelmäßig keine Hilfe, man schickt sie oft nach Hause und sagt: „Lösen Sie es wie ein Mann.“ Dabei hat der Betroffene schon viel Überwindung benötigt, sich Hilfe zu holen und lässt sich durch solche Sprüche sofort entmutigen. Wird die Polizei zur gemeinsamen Wohnung gerufen, wird fast immer der Mann aus der Wohnung verwiesen.

Häufiges Erleben insbesondere psychischer Gewalt

Im Schweizer Kanton Aargau hat sich jetzt ein erstes Männer- und Väterhaus gegründet, in das Männer (auch mit ihren Kindern) gehen können, die mit häuslicher Gewalt konfrontiert sind. In der Regel kommen Männer nicht dorthin, weil ihrer Frau mal die Hand ausgerutscht ist. Es sind Geschichten von andauernder Gewalt in allen Formen – meist leichterer körperlicher Gewalt. Frauen setzen zum Beispiel häufig Fingernägel ein. Die meisten Männer dort sind allerdings von psychischer Gewalt betroffen. Hier reagiert die Opferhilfe eigentlich nie, denn nur denjenigen mit blauen Flecken wird automatisch Verständnis entgegengebracht. Nicht unterschätzen darf man den psychischen Druck, dem die Männer häufig ausgesetzt sind: Erpressung, Stalking oder Drohungen wie „Wenn du dich trennst, bringe ich mich um“. Natürlich werden auch gemeinsame Kinder häufig als Druckmittel eingesetzt und damit gedroht, diese für immer zu entziehen. Gelegentlich wird auch unverhohlen gedroht, dem Mann sexuellen Missbrauch anzuhängen.

Eine andere Erscheinungsform, die jedoch auch zu Gewalterfahrung für Männer führen kann, ist krankhafte Eifersucht durch Frauen. Sie erleben permanente Kontrolle und starken psychischen Druck, der dann nicht selten auch zu körperlichen Beschwerden führt.

In Deutschland gibt es bisher zwei Männerhäuser: in Oldenburg und Berlin. Ein Hilfsangebot gibt es auch in Hannover. Überall in Deutschland finden Männer Hilfe bei einem Rechtsanwalt, der sich auf Strafrecht oder Familienrecht spezialisiert hat.

Foto: Bernd Boscolo / pixelio.de

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2 Kommentare zu “Helferindustrie ist auf weibliche Opfer ausgerichtet

  1. „Lös es wie ein Mann“ heißt doch oft „schlag doch zurück“ oder auch nur „halt sie einfach fest, wenn sie zuschlagen will“. In beiden Fällen wird der Mann dann zum Täter, oft noch mit dem Vorwurf sexueller Gewalt, damit das auch richtig Eindruck schindet. Am Ende steht der Mann auf der Straße – oder gar vor Gericht.
    Jemandem Gewalt anzutun im Wissen, dass das Wehren als Täterschaft aufgefasst wird, ist eine ganz miese Form von Gewalt, einerseits, weil es den Mann machtlos macht gegenüber dem was ihm Angetan wird – er kann nur verlieren, andererseits auch, dass wirkliche weibliche Opfer von Gewalt damit diskreditiert werden, denn sie wird sich auch immer öfter den Vorwurf anhören müssen, selber schuld gewesen zu sein, insbesondere je öfter Meldungen von falscher Beschuldigung öffentlich werden.

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