Dass die Rechtsextremistin Marla-Svenja Liebich – an der Ernsthaftigkeit ihrer Personenstandsänderung darf berechtigt gezweifelt werden – offenbar erfolgreich untertauchte und inzwischen in Moskau vermutet wird, lenkt das Problem auf offene, nicht vollstreckte Haftbefehle.
Allein in Berlin waren zum Stichtag am 1. Juli 2025 insgesamt 8.581 Haftbefehle offen, darunter (kaum vorstellbar) 59 Mörder und 66 wegen Totschlags verurteilte Menschen, knapp 2.000 mehr als vor zehn Jahren. Weil sich in Berlin lediglich ca. 20-25% der Verurteilten auf die Ladung zum Strafantritt dem Vollzug stellen, wurde dort eigens eine Haftbefehlsstreife ins Leben gerufen:
Ob und wann Marla-Svenja Liebich nun die Freiheitsstrafe in der Justizvollzugsanstalt für Frauen in Chemnitz antritt bleibt abzuwarten. Klar dürfte hingegen sein, dass Vollzugslockerungen wie der offene Vollzug dann nicht auf sie warten. Ich vermute: Ihre Tage in Freiheit sind gezählt.
