Eisenberg: Beweisrecht der StPO - Strafakte.de
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Beweisrecht der StPO

von Ulrich Eisenberg

Eisenberg, Beweisrecht, StPO, Strafprozessordnung, Strafprozessrecht, Ulrich Eisenberg, Beweis, Beweiswürdigung, Beweisgrundsätze, BeweisantragDas grundlegende Prinzip des deutschen Strafprozessrechts ist die Ermittlung des wahren Sachverhalts, demnach die Erforschung der materiellen Wahrheit. Seiner Aufklärungspflicht kommt das Gericht nach durch die Erhebung und Würdigung sämtlicher zur Verfügung stehender Beweise, die nicht ausnahmsweise einem Verwertungsverbot unterliegen. Dem Beweisrecht hat Eisenberg einen Spezialkommentar gewidmet, der sich nicht wie üblich an der Reihenfolge der Normen im Gesetz orientiert, sondern sich dagegen thematisch vorarbeitet. Der Verfasser nähert sich darin detailliert sämtlichen Aspekten des strafprozessualen Beweisrechts und nimmt auch ungewöhnliche Einzelfälle ins Blickfeld.

Spezialkommentar zum Beweisrecht

Der Spezialkommentar von Ulrich Eisenberg ist für den Praktiker gedacht, der sich eingehend mit Fragen beschäftigt, die sich abseits der gängigen und genügend in Standardkommentaren behandelten Probleme bewegen. Zwar ersetzt es einen solchen Kommentar nicht, ergänzt ihn aber in hervorragender Art und Weise, indem er das Beweisrecht nahezu erschöpfend in einem Band darstellt und darin auch interdisziplinäre Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen, medizinischen, psychologischen und technischen Bezügen berücksichtigt.

Bei der Arbeit mit dem Buch wird schnell klar, warum der Eisenberg einen festen Platz in der Praxisliteratur innehat – zurecht darf man von einem Standardwerk sprechen. Eingängig bezieht der Verfasser allzeit kompetent und kritisch Stellung und bleibt dabei nicht in theoretischen Erörterungen stecken, sondern betrachtet die Fragestellungen von der ganz praktischen Seite, etwa wenn es um die Spurenuntersuchung (Rn. 1895 ff.) geht. Dafür bedient sich Eisenberg der Erfahrung eines Kriminal- und eines Polizeihauptkommissars, die bei der Abfassung ihre Fachkunde zur Verfügung stellten.

Schlüssig im Aufbau und der thematischen Umsetzung

Der Aufbau des Werkes, das meiner Ansicht nach mehr Handbuch denn Kommentar ist, kann als schlüssig bezeichnet werden und ist in fünf Teile untergliedert:

  1. Beweisgrundsätze, Beweisantrag, Beweisverbote, Beweistransfer zwischen EU-Staaten;
  2. Beschuldigtenrechte, Geeignetheit von Vernehmungstechniken, Würdigung der Aussage;
  3. Rechte und Pflichten des Zeugen, Kriterien der Aussagefähigkeit und Glaubwürdigkeit;
  4. Rechte und Pflichten des Sachverständigen sowie dessen wesentliche Einsatzbereiche wie u. a. Schuldfähigkeitsuntersuchung und kriminaltechnische Untersuchung;
  5. Vorschriften und praxisrelevante Rechtsfragen zum Urkunden- Augenscheinbeweis sowie zur Beschaffung von Beweisen (Beschlagnahme, Durchsuchung, TKÜ).

Sowohl das sehr ausführliche Inhaltsverzeichnis sowie auch das Gesetzes- und Sachverzeichnis fördern das schnelle Auffinden von Problemen. Merklich kommen hier wieder die Vorteile einer thematischen Herangehensweise zum Tragen, denn der Stoff wird überwiegend nur an einer Stelle zusammenhängend und abschließend behandelt.

Eisenberg auch 2015 auf dem aktuellsten Stand

Die Neuauflage wurde durchgehend auf den neuesten Stand gebracht und teilweise ganz neu gefasst. Die neueste Literatur und Rechtsprechung wurde eingefügt, so dass sich die Darstellung auf dem Bearbeitungsstand von September 2014 befindet. Eingearbeitet sind somit alle für das Beweisrecht einschlägigen Gesetzesänderungen der vergangenen zwei Jahre, so insbesondere die Gesetze

  • zur bundesrechtlichen Umsetzung des Abstandsgebotes in der Sicherungsverwahrung,
  • zur Intensivierung des Einsatzes von Videokonferenztechnik in gerichtlichen und staatsanwaltschaftlichen Verfahren,
  • zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs sowie
  • zur Stärkung der Verfahrensrechte von Beschuldigten im Strafverfahren

Berücksichtigt wurde ferner die am 06.03.2014 vom Europaparlament verabschiedete Richtlinie zur Europäischen Ermittlungsanordnung. Der Verfasser hält auch für diese 9. Auflage den zweijährigen Aktualisierungsrhythmus ein, die Vorauflage datiert aus 2013.

Der Spezialkommentar von Ulrich Eisenberg zum Beweisrecht der StPO verteidigt auch mit der Neuauflage seine Spitzenstellung als Standardwerk zu diesem Teil des Strafverfahrensrechts. Für das Beweisrecht wird man auf dem Markt kein vergleichbares Handbuch finden.

9. vollst. überarb. und tlw. erw. Aufl. 2015, 1.136 Seiten, in Leinen
ISBN: 978-3-406-66885-2 – C.H. Beck – € 189,00

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Das Rezensionsexemplar wurde uns vom Verlag kostenlos zur Verfügung gestellt.

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2 Kommentare zu “Beweisrecht der StPO

  1. Ich dachte immer, dass jemand, der meint er könnte in der Justiz die Wahrheit ermitteln naiv sein muss.

    An dieser Naivität scheint doch einiges an Verbesserung möglich und zwar sogar für die Praxis, denn nur rein philosophischer Natur wird das Buch ja nicht sein.

    Ich habe in der Praxis aber vielmehr in Strafverfahren die Erfahrung gemacht, dass am Ende die Wahrheit dabei herauskommen soll, die insbesondere von Richterschaft und Staatsanwaltschaft zum Nachteil des Bürgers gewünscht wird.

    Die Rechtswirklichkeit:
    „Objektive Staatsanwaltschaft ist der Wirklichkeit Hohn“
    http://www.krisennavigator.de/Wenn-der-Staatsanwalt-kommt-Litigation-PR-im-Strafprozess.779.0.html

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