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Doch kein Selbstmord von Mundlos und Böhnhardt?

Heute vor zwei Jahren, am 4. November 2011 entdecken Polizeibeamte in einem ausgebrannten Wohnmobil in Zwickau die Leichen von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos sowie sieben durchgeladene Waffen. Mit einem Winchester Gewehr hat Mundlos zunächst Böhnhardt und dann sich selbst getötet, heißt es im BKA-Bericht.

Haben die beiden Terroristen Mundlos und Böhnhardt jedoch vielleicht gar keinen Selbstmord begangen? Eine N24-Dokumentation heute Abend verspricht brisante Informationen. Für diese Doku wurde das Szenario des angeblichen Selbstmordes durchgespielt – mit dem Ergebnis: So wie von den Behörden behauptet, wonach Mundlos zunächst Böhnhardt erschossen und sich dann selbst getötet haben, könne es unmöglich gewesen sein.

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Ein Waffenexperte kommt zu dem Schluss, dass unter anderem die Funktionsweise der Waffen und die Anzahl der Patronenhülsen, die im Wohnmobil der beiden gefunden wurden, gegen die Selbstmordtheorie sprechen. Zudem sei in dem Wohnmobil auch eine unbekannte DNA-Spur entdeckt worden, welche nach Informationen der Stuttgarter Zeitung einer männlichen Person zuzuordnen sei. Einige Anwohner sagten außerdem aus, sie hätten eine dritte Person am Tatort gesehen. War also noch eine bisher unbekannte Person vor Ort?

Ein weiteres Punkt ist bislang nicht abschließend geklärt: War die Frühlingsstraße 26 in Zwickau wirklich der Lebensmittelpunkt von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in ihren letzten Jahren im Untergrund? Bisher ging man davon aus. Die N24-Recherchen ergeben, dass die Frühlingsstraße nur Beate Zschäpes Lebensmittelpunkt und das strategische Hauptquartier war. Die Ermittler gehen davon aus, dass die beiden mutmaßlichen Terroristen Mundlos und Böhnhardt noch ein zweites Versteck hatten. Ein unbekannter Ort, an dem sie die Wohnmobile präpariert und Anschläge vorbereitet haben. Doch wie hat sich das Trio dann verständigt? Im Brandschutt haben Ermittler ein CB-Funkgerät gefunden. Möglicherweise gibt es ein Versteck in der Nähe des Quartiers in der Frühlingsstraße.

Die Dokumentation wird heute Abend (4. November 2013) um 20:10 Uhr auf N24 ausgestrahlt.

 

Nachtrag: Link zur Dokumentation in der N24-Mediathek

Die Dokumentation hat leider wenig Neues zutage gefördert und sich doch in Allgemeinplätzen abgespielt – wirklich tiefgründig ist nicht recherchiert worden. Es kamen wieder eine Reihe von „Experten“ zu Wort, deren Qualifikation sich nicht sofort erschließt. Warum von einem rechten Kameraden, der sich einer Funkzellenabfrage zufolge wohl zur Zeit des Brandes im Wohnmobil in der Nähe aufhielt, keine DNA-Probe genommen wurde, bleibt ebenfalls im Dunkeln. Wenn er als verdächtig gilt, der bisher „unbekannte Dritte“ gewesen zu sein, wäre die Frage danach bei den Ermittlungsbehörden zwingend gewesen.

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5 Kommentare zu “Doch kein Selbstmord von Mundlos und Böhnhardt?

  1. Ich habs verpasst. Sonst wird auf N24 alles gefühlte 5 mal (die Nachrichten sogar 23 mal) wiederholt, diese Sendung jedoch nicht.

    Was die DNA Spur betrifft, so habe ich eine litauische Wattestäbchen-Packerin in Verdacht.

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  2. Das auffinden der zwei Patronenhülsen bei dem Gewehr, dass immer erst beim laden die Patrone vom vorherigen Schuß auswirft, lässt sich m.E. doch ganz zwanglos damit erklären, dass mit dem Gewehr zuvor geschossen wurde. Ob nun durch offenes Fenster ins Freie, durch die Decke – wie das im zerstörten Wohnmobil npch nachweisen. Ich sehe keine zwingende Argumentation, dass aus diesen zwei Hülsen auf die Anwesenheit einer dritten Person geschlossen werden muss.

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